Zero Waste Köln warnt: Der Müllpreis-Hammer kommt erst noch

Published On: 16. Dezember 2025

Pressemitteilung

 Der Kölner Stadtrat hat die neue Abfallgebührenordnung beschlossen – und damit eine deutliche Erhöhung der Gebühren. Der Verein Zero Waste Köln, der sich ehrenamtlich für Abfallvermeidung und Ressourcenschonung einsetzt, warnt jedoch: Ohne konsequente Maßnahmen werden die Abfallgebühren in den kommenden Jahren noch deutlich stärker steigen.

Gebühren steigen deutlich

Nachdem die Gebühren bereits 2025 um 9,27 Prozent erhöht wurden, folgt nun ein Anstieg um durchschnittlich 12,37 Prozent. Haupttreiber sind die immensen Kosten der Müllverbrennung.

„Die Verbrennung von Restmüll kostet derzeit rund 200 Euro pro Tonne – darin enthalten sind etwa 65 Euro CO-Abgabe.“, erklärt Jan Odenthal, Vorstand bei Zero Waste Köln und Mitglied der Arbeitsgruppe Müllverbrennung beim europäischen Dachverband Zero Waste Europe. „Ab 2028 soll der CO₂-Preis im neuen Emissionshandel ETS II am freien Markt gebildet werden. Selbst vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass er in den kommenden vier Jahren auf bis zu 150 Euro steigen könnte. Für die Kölnerinnen und Kölner wären das rund 25 Millionen Euro zusätzliche Kosten. Müllverbrennung ist eine scheinbar einfache, tatsächlich aber ökonomisch wie ökologisch völlig verfehlte Lösung.“

Zero-Waste-Konzept als Lösungsweg

Auch Kollege Michael Cieslik, Mitautor des städtischen Zero-Waste-Konzepts, kritisiert die derzeitige Schwerpunktsetzung der Stadtverwaltung. „Die Stadt investiert gegenüber dem Zero Waste-Konzept ein Vielfaches in den Masterplan Sauberkeit. Immer mehr Ressourcen dafür aufzuwenden, den Bürgerinnen und Bürgern nur hinterherzuräumen, löst aber das Problem nicht. Wir fordern Verwaltung und Politik daher auf, unseren Umgang mit Wertstoffen nicht nur aus der Perspektive der Stadtsauberkeit zu betrachten, sondern als zentrale Zukunftsaufgabe im Einklang mit der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie.“ Dazu gehört für Zero Waste Köln eine konsequente Förderung von Mehrwegsystemen – finanziert über Einnahmen aus der Einwegverpackungssteuer –, deutlich intensivere Maßnahmen zur Mülltrennung (rund 40 % des teuer verbrannten Restmülls bestehen aus eigentlich kompostierbarem Biomüll), der Ausbau von Leih- und Reparaturangeboten sowie substanzielle Investitionen in Umweltbildung an Schulen.

Kiel macht es vor

Dass eine andere Entwicklung möglich ist, zeigt Kiel, Deutschlands erste „Zero Waste City“. Dort sollen die Abfallgebühren im kommenden Jahr auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren sinken – ein Ergebnis konsequenter Abfallvermeidung, moderner Konzepte und klarer politischer Prioritäten.