Veröffentlicht: 6. Juni 2026
Aufräumaktion in Lövenich

Vor Kurzem durften wir eine große Müllsammelaktion für Kinder und Familien im Industriegebiet Lövenich begleiten. Mit viel Engagement und Teamgeist sammelten die Teilnehmenden gemeinsam eine beachtliche Menge an Abfällen und setzten damit ein starkes Zeichen für Umwelt- und Naturschutz.
Initiiert wurde die Aktion von der Schwimmschule des Sharky Sportsclubs und Olivér Szabo von Greencentive. Als Belohnung für ihren Einsatz konnten die Kinder und ihre Familien anschließend schwimmen gehen, bei elasmOcean Spannendes über Haie und andere Meeresbewohner erfahren, mit Querwaldein die faszinierende Welt der Bodentiere entdecken und den Tag gemütlich im Sharky Café mit kostenlosem Kuchen, Eis und Getränken ausklingen lassen.
Im Industriegebiet fühlen sich offenbar viele Menschen unbeobachtet und entsorgen ihren Abfall achtlos in der Umgebung – von Sperrmüll über Kühlschränke bis hin zu Autoreifen. Doch auch zahlreiche Unternehmen scheinen wenig Verantwortung für ihr Gewerbegebiet zu übernehmen. Aus einer überquellenden Mülltonne voller Kunststoffverpackungen eine Fischhändlers wurden Plastikfolien vom Wind fröhlich in die Landschaft getragen. Die zahlreichen Paletten, ein verrosteter Bauzaun mit Werbebanner, ein ausrangierter Bürostuhl sowie unzählige Kanister, die wir in den Büschen fanden, stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls aus den angrenzenden Gewerbebetrieben.
Häufig lässt sich illegal entsorgter Müll sogar eindeutig einzelnen Verursachern zuordnen. Auf einem Feld direkt neben einem „Haus des Döners“-Drive-in reichten wenige Schritte aus, um auf die nächste Gastronomieverpackung zu stoßen. Besonders häufig fanden sich Einwegbecher, Dönerverpackungen und Plastiktüten mit dem bekannten Logo des Imbisses.
Auf dem LKW-Parkplatz war es besonders schlimm: Dort sind ein paar Sandhaufen aufgeschüttet und zwischen diesen war so viel Müll mit Teils verwesenden Essenresten und Kanistern mit unbekannten Flüssigkeiten, dass wir da alle Kinder direkt weggeschickt haben. Aber auch die verbleibenden sechs tapferen Helfer:innen mussten irgendwann einen Schlussstrich ziehen. Sonst hätten wir wohl noch einige Stunden weitersammeln können. Auf diesem Parkplatz übernachten die Fahrer oft in ihren Kabinen, vor allem am Wochenende, bis sie Ware anliefern oder abholen konnten. Mülltonne? Fehlanzeige!
Was uns diesmal besonders enttäuscht hat: Olivér Szabo hat vorab versucht, die umliegenden Firmen mit einem Spendenbeitrag oder mit Unterstützung für den Cleanup zu gewinnen. Insbesondere um das kleine Belohnungsprogramm für die Kinder zu finanzieren. Zugesagt hat kein einziges Unternehmen! Das muss sich dringend ändern – wie es ohne dieses Verantwortungsbewusstsein aussieht, haben wir deutlich gemerkt.
Als Zero Waste Köln wünschen wir uns natürlich, dass der ganze Müll gar nicht erst entsteht. Müllsammelaktionen sollten eigentlich gar nicht existrieren – und trotzdem braucht es sie so oft!
Warum wir Cleanups wichtig finden und auch selbst durchführen
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