Biomüll & Kompost
Die effektivste „Zero Waste“-Maßnahme um Verschwendung zu verhindern ist die getrennte Sammlung von kompostierbarem Biomüll. Warum das so ist, wo ihr den Kölner Kompost aus Eurer Biotonne kostengünstig erwerben könnt und für welche Veränderungen wir uns einsetzen, erfährt Ihr auf dieser Seite.
Kompostieren statt Verbrennen
Ungefähr 40 % des Kölner Restmülls bestehen aus kompostierbarem Biomüll. Das bedeutet, dass dieser Anteil in der Müllverbrennungsanlage in Köln-Niehl verbrannt wird. Bei der Verbrennung entsteht pro Tonne Müll nicht nur etwa eine Tonne CO₂, sondern rund ein Fünftel des verbrannten Restmülls bleibt als Verbrennungsschlacke zurück. Dabei handelt es sich um ein mit Schwermetallen und Giftstoffen belastetes Gemisch, das auf einer Sondermülldeponie vor den Toren Kölns endgelagert werden muss. Zusätzlich fallen tonnenweise hochgiftige und krebserregende Filterstäube an, die ebenfalls in alten Salzbergwerken entsorgt werden müssen. Statt nährstoffreichem Kompost erhalten wir also giftigen Sondermüll und zahlen dafür über unsere Abfallgebühren auch noch rund 200 Euro pro Tonne.
Anteil von Biomüll am Kölner Restmüll

Dieser schräge Vogel möchte gerne
in der BIOTONNE landen!
Die Biotonne
Dabei gibt es eine ganz einfach Lösung: Die Biotonne.
Denn es gibt keinen talentierteren Kreislauf-Experten als die Natur. Die Kompostierung von Biomüll erfolgt vollkommen verlustfrei und kann, im Gegensatz zum Recycling von Kunststoff, beliebig oft wiederholt werden. Je weniger Biomasse im Restmüll landet, desto weniger muss teuer verbrannt werden.
Tatsächlich ist die getrennte Sammlung von Bioabfällen in Deutschland bereits seit 2015 Pflicht. Trotzdem bekommt in Köln nicht automatisch jeder Haushalt eine Biotonne. Die Biotonne ist in Köln zwar kostenlos, muss aber trotzdem von den Hauseigentümer:innen beantragt werden. Für alle Mieter:innen haben wir eine kostenlose Postkarte gestaltet, die Ihr an Eure Vermieter:in schicken könnt um Euch eine Biotonne zu wünschen.
Kölner Kompost
für Kölner Parks & Gärten
Der von der AWB abgeholte Inhalt der Biotonne landet anschließend bei der AVG in Köln-Niehl und wird dort kompostiert. Dabei entsteht der RAL-zertifizierte und garantiert torffreie Kölner Kompost sowie die Kölner Blumenerde. Der nicht direkt kompostierbare Teil wird in der Biogas-Anlage vergoren und dient unter anderem als Treibstoff für einige Fahrzeuge der AWB, was erneut Kosten spart.
Leider wissen die meisten Kölner:innen nicht, dass sie den kostengünstigen Kölner Kompost für den privaten Gebrauch erwerben können. Aus unserer Sicht wird hier nicht nur die Chance auf einen geschlossenen Kölner Kreislauf verpasst, sondern auch die Möglichkeit, den Bürger:innen einen zusätzlichen Mehrwert durch die Biotonne zu bieten. Dies könnte die Beziehung zwischen Stadtbewohner:innen und ihrer Biotonne erheblich verbessern.

Aktuell kann der Kölner Kompost leider nur direkt bei der AVG in Köln-Niehl und Köln-Gremberghoven zum Preis von 7 Euro pro 40-Liter-Sack erworben werden. Zero Waste Köln setzt sich dafür ein, die Zahl der Abgabestellen auf mindestens eine pro Stadtbezirk zu erweitern.
In einem Pilotprojekt haben wir ein Jahr lang den Kompost auf eigene Kosten zum SchmitzundKunzt in die Kölner Innenstadt gebracht, um der Stadt zu zeigen, dass eine klare Nachfrage besteht, wenn der Kompost niedrigschwellig und wohnortnah erhältlich ist. Bis zum Auszug des SchmuK aus den Räumen war das Projekt ein voller Erfolg – die Säcke meist nach wenigen Tagen wieder weg.

