Fläschbäck – Glas im Kreislauf
Zu den wenigen Ressourcen bei denen perfekte Recycling-Kreisläufe möglich sind, zählt Glas. Leider landet viel zu viel Glas im Restmüll und wird damit verbrannt. Insbesondere bei Veranstaltungen gehen Flaschen oft dem Kreislauf verloren. Dagegen wollen wir etwas tun.
Das Problem
Bei Großveranstaltungen wie dem Karneval oder dem CSD bleiben große Mengen an Glasflaschen zurück. Viele Menschen glauben, dass sie Pfandsammler:innen helfen, wenn sie ihre Flaschen einfach auf der Straße stehen lassen. Doch angesichts der enormen Mengen und des kurzen Zeitfensters für die Reinigung werden vor allem die leichteren und höher bepfandeten Plastikflaschen sowie Dosen eingesammelt. Die Glasflaschen bleiben häufig liegen, werden schließlich von den Reinigungskolonnen zusammengekehrt und landen am Ende in der Müllverbrennungsanlage.
Das bedeutet nicht nur eine erhebliche Verschwendung wertvoller Ressourcen, sondern verursacht auch hohe Kosten für die Stadt und die Veranstalter:innen – denn die Entsorgung von Abfall wird nach Gewicht berechnet.

Die Initiative „Flasche leer, gib sie her!“ beim CSD 2025
Flasche leer, gib sie her!
Initiiert von der Gaffel Brauerei und der Initiative Zukunft Feiern haben wir erstmals 2024 beim Kölner CSD begonnen, Mehrweg-Glasflaschen zu sammeln und mithilfe der von Gaffel bereitgestellten leeren Getränkekisten zurück in den Kreislauf zu führen. Die Initiative wuchs schnell: Bereits ein Jahr später konnten gemeinsam mit der KG Grüne Rheinfunken, Cradle to Cradle Köln, den Grüngürtelrosen und den Veedelperlen mehr als sieben Paletten Mehrwegflaschen gerettet werden.
Möglich wurde dies durch zwei eigens bereitgestellte LKWs, die in der Demonstration mitfuhren – einer in der Mitte, einer am Ende des Zuges – sowie durch den Einsatz zahlreicher ehrenamtlicher Helfer:innen.
Mehrweg und Altglas
Nach den ersten erfolgreichen Aktionen wurde schnell deutlich, wie gigantisch die Mengen an zurückgelassenem Glas bei Veranstaltungen tatsächlich sind – nicht nur bei bepfandetem Mehrwegglas, sondern auch bei Altglas wie Sekt- und Spirituosenflaschen.
Für die Karnevalssession 2025/26 konnten wir deshalb zusätzlich die Stadt Köln und die AWB von unserem Konzept überzeugen. In einem ersten Pilotprojekt wurden am 11.11. am Rand der glasfreien Zone erstmals sowohl Pfandglas als auch Altglas gesammelt und zurück in den Kreislauf gebracht.
Es folgten weitere Aktionen, unter anderem beim Geisterzug 2026. Dort konnte durch unsere Initiative die von der AWB eingesammelte Restmüllmenge – und damit auch die Entsorgungskosten – um die Hälfte reduziert werden.

Fläschbäck beim Geisterzug 2026

Eine zentrale Forderung: Pfand rauf!
Die aktuelle Situation ist nicht länger tragbar. Während Getränke am Büdchen oder im Supermarkt verkauft werden, bleiben Städte und Veranstalter:innen auf den Kosten für das zurückgelassene Glas sitzen. Besonders kleinere Veranstalter:innen geraten dadurch zunehmend unter Druck. Denn die Entsorgungskosten steigen kontinuierlich.
Ein höheres Pfand auf Glasflaschen würde einen stärkeren Anreiz schaffen, Flaschen zurückzugeben statt sie liegen zu lassen.
Hast du Lust mitzumachen?
Die nächsten Aktionen kommen bestimmt! Ob beim Karneval, beim CSD oder bei anderen Großveranstaltungen: Unser Team freut sich immer über helfende Hände. Melde dich gerne unter aktionen@zerowastekoeln.de

